Sonntag, 23. November 2014

[Blogtour] Tag 7 - Interview mit Nina Blazon



Hallo Ihr Lieben ☺

heute ist der letzte Tag der Blogtour und diesen möchte ich Euch mit einem Interview bereichern.
Dafür habe ich Nina Blazon besondere, interessante Fragen gestellt. Hiermit möchte ich nochmal ein herzliches Dankeschön an Nina Blazon richten, die viel Zeit und Mühe investiert hat. ♥


 
~* Interview *~



Wie bist Du zum Schreiben gekommen?
Über meinen Beruf als Journalistin und Texterin. Nach vielen Jahren voller Sachtexte (eines meiner Spezialthemen: „Betriebsrentensysteme“) hatte ich als Ausgleich angefangen, Fantasy zu schreiben. Weil ich selbst sehr gerne Fantasyliteratur las – und weil es ein schöner ergänzender Gegensatz zu meinem Alltagsschreiben war. 



Wie gehst du vor, wenn die Inspiration dich im Stich lässt?
Am besten hilft es, eine Weile an die Wand zu schauen und Kaffee zu trinken. Und wenn ich an einer bestimmten Stelle im Text „hänge“, schreibe ich an einer anderen Szene weiter oder überarbeite ein früheres Stück. Feilen kann man ja endlos und immer. Dabei erholt sich der Geist meist und ich kann irgendwann weitermachen. 



Wie organisierst du dir deine Schreibzeit? Hast du feste Zeiten oder setzt du dich dann an die Geschichte dran, wenn du in kreativer Laune bist?
Ich habe feste Schreibzeiten, dabei geht es eher unspektakulär und bürokratisch zu: morgens ins Büro kommen, Arbeitsbeginn mit der Überarbeitung des Stückes, das ich gestern geschrieben habe. Zwischendrin Mails und Telefonate mit Lektoren, Fachleuten (z.B. bei der Recherche zu historischen Romanen) und Testlesern. Mittagspause. Dann schreibe ich bis 18 oder 19 Uhr. Unterbrochen wird dieser Alltag nur ab und zu von Lesereisen. 



Wie lange brauchst du im Durchschnitt, ein Buch zu schreiben?
Bei Kinderbüchern kann es verhältnismäßig schnell gehen (sechs Wochen, zwei Monate ...). Für ein Buch wie Lillesang für Leser ab 10 brauche ich im Durchschnitt drei bis vier Monate. Ein Fantasyroman für ältere Leser dauert so seine vier oder fünf Monate. Und die historischen Romane brauchen natürlich am längsten, weil ich da viel nachforschen und recherchieren muss. Reine Schreibzeit ist da im Schnitt sechs Monate, plus Recherche komme ich schon mal auf ein Jahr Gesamtarbeit. 



Wolltest du schon immer eine Autorin werden oder hattest du einen anderen Traumberuf?
Als Grundschulkind hatte ich den Traum, Kellnerin zu werden, später sollte es dann Köchin sein, Malerin oder Tierärztin. Aber spätestens im Studium wusste ich dann, dass es „irgendwas mit Schreiben“ sein soll. 



Was für eine Beziehung baust du den Protagonisten auf, wenn du eine Geschichte schreibst?
Eine sehr enge. Man lebt ja mit ihnen und kennt sie in- und auswendig wie sehr, sehr alte und vertraute Freunde. Sie werden in meinem Alltag fast schon real und ich denke über sie nach, als wären sie lebendig. 



Hast du gewisse Vorbilder für deine Protagonisten?
Ganz selten sind es reale Personen. Eine Ausnahme ist Tante Sara aus „Laqua“. Für sie stand eine Freundin Pate, deren Namen und Aussehen ich mir (mit ihrer Erlaubnis natürlich) für die Romanfigur geliehen habe. Ab und zu leihe ich mir auch mal einen Spruch oder einen Beruf von jemandem aus. Aber das sind immer nur Fragmente. Richtige Vorbilder gibt es nicht, die Figuren entwickeln sich aus sich selbst heraus. 



Wie entwickelst du die Eigenschaften der Protagonisten?
Eigentlich „entstehen“ sie eher. Erst einmal sehe ich das Äußere einer Figur vor mir: Gesicht, Haarfarbe, Statur, die Art, wie sie sich bewegt und benimmt. Ich betrachte sie: Wirkt sie selbstbewusst? Grimmig? Mutig? Eingeschüchtert? Lacht sie? Dann beginne ich ihr in Gedanken Fragen zu stellen und entwerfe ich auf dem Papier eine Biografie à la „Was bisher geschah“. Hier suche ich besonders nach den dunklen Seiten. Wo sitzt ihre größte Angst? Ihre Schwäche? Die scharfe Bruchkante im Charakter, der blinde Fleck? Wer oder was wäre der schlimmste Feind dieser Figur? Welche Talente würden ihr helfen? So entsteht nach und nach auch ein Muster aus Reaktionen und Eigenschaften. 



Wie bist du auf die Idee gekommen, ein Buch über eine Nixe zu schreiben?
Ich liebe Wassergeschöpfe aller Art! Und im Grunde begleitet mich das Thema Nixen schon seit meinem ersten Buch. In der „Woran-Saga“ und in „Die Magier der Winde“ waren es die „Naj“, ein ziemlich arrogantes Wasservolk, sozusagen die Snobs der Meere. In „Der Kuss der Russalka“ ging es um die russischen Nixen im Fluss Newa in Sankt Petersburg. Später schwamm „Anguana“ durch alle drei Bände der „Taverne am Rand der Welten“. Und „Laqua – Der Fluch der schwarzen Gondel“ handelt unter anderem von den „Aquanen“, den magischen Wasserfrauen Venedigs. So gesehen war es nur logisch, dass ich auch einmal ein Buch schreiben wollte, das sich ausschließlich um Nixen dreht. 



Hans Christian Andersen kommt in "Lillesang-Das Geheimnis der dunklen Nixe" vor. Hat es einen bestimmten Grund?
Es hat sich ergeben, weil ich Kopenhagen als Stadt einfach sehr mag und gerne dorthin reise. Und da es zufällig die Stadt des Dichters Hans Christian Andersen ist, fand ich es einfach reizvoll, ihn in die Handlung einzuflechten. Zumal er ja ein großer Fan von Meereswesen war – und seine kleine Meerjungfrau ist ja nicht die einzige Nixe, die er auf dem Papier zum Leben erweckt hat. Da gibt es zum Beispiel noch die schöne Agnete und einen Wassermann … 



Das Gut-Böse-Spiel hast du in "Lillesang-Das Geheimnis der dunkeln Nixe" sehr gut und geschickt ausgearbeitet. Ich habe bis zu den letzten Seiten gezweifelt, wer nun auf der guten oder doch auf der bösen Seite steht. Wolltest du damit bei deinen Lesern etwas bewirken?
Ich versuche natürlich immer, bestimmte Spannungspunkte in der Geschichte einzubauen –„Plot Points“, Cliffhanger oder zeitweise falsche Fährten. Ich persönlich liebe solche Wendungen als Leser (und auch als Kinozuschauer). Und meine Erfahrung als Autorin ist: Wenn Schwarz und Weiß von Anfang an zu eindeutig verteilt sind, empfinden viele Leser ein Buch schnell als langweilig und vorhersehbar. 



Viele Leser sind von dem Cover zum Buch begeistert. Wie findest du das Cover?
Einfach toll! Nixenhaut mit Bling, passender geht es nicht. Und ich finde es schön, dass das Buch im Regal vor sich hin glitzert, wenn man daran vorbeigeht. Ist ein bisschen wie ein Zwinkern ... 



Wo liest du gerne?
Überall! Im Wartezimmer, im Bus, auf dem Bahnhof … Aber am liebsten lese ich im Bett. 



Wer sind deine Lieblingsautoren?
Ich bin ein großer Fan von George R. R. Martin. Er schafft großartige, vielschichtige Charaktere. Außerdem mag ich Terry Pratchett, Kai Meyer, Stephen King, Anne C. Voorhoeve, Brigitte Melzer, Monika Feth und viele, viele andere. 



Welche Genres liest du gerne? Welche würdest du eher vermeiden?
Ich lese gerne Fantasy (vor allem Bücher wie „Die Fuchsfrau“ von Kij Johnson und „Die Stadt der Heiligen und Verrückten“ von Jeff VanderMeer). Außerdem Biografien und Sachbücher – gerne zu historischen Themen. Dann Historienromane und auch Science Fiction (Theodore Sturgeon, Ray Bradbury …), und manchmal ist auch Sophie Kinsella auf dem SUB. Wovon ich allerdings die Finger lasse, sind blutige Splatter-Krimis, die finde ich ziemlich verstörend. 



Benutzt du Lesezeichen oder machst du Eselsohren?
Tja, ich knicke Eselsohren – aber nur bei Büchern, die mir gehören.

Bei geliehenen Büchern nehme ich Lesezeichen (heißt: Kinokarten, Kassenzettel oder was gerade da ist). 



Welches ist dein Lieblingsbuch?
Das ändert sich immer wieder mal. Und nur eines zu nennen ist ohnehin sehr, sehr schwierig. Aber derzeit und ganz aktuell ist es „Zuhause redet das Gras“ von Katherine Rundell. 



Welche Buchverfilmung hat dir besonders gut gefallen?
Harry Potter fand ich sehr schön und „buchnah“. Und „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ fand ich auch sehr gut. Der Film ist natürlich auf wenige Handlungslinien reduziert, aber ich finde, er fängt die Stimmung des Romans sehr gut ein. 



Trinkst du gerne Kaffee oder Tee?
Kaffee – gerne mit einem Löffel Kakao verfeinert. 



Magst du eher Salzstangen oder doch Schokolade?
Auf jeden Fall Schokolade! 



Naschst du gerne, wenn du am Schreiben bist?
Aber ja! Nach einem Tag ohne Nougat bin ich kein schöner Anblick. 



Wie sieht ein perfekter Sonntag für dich aus?
Laaange ausschlafen, dann den Tag  mit vielen Zeitungen und Zeitschriften im Café verbringen und anschließend einen langen Kinoabend starten. 



Worauf können wir, deine treuen Leser, in Zukunft freuen?
Erst einmal wieder auf einen Roman aus der Faunblut-Welt, an dem ich gerade noch schreibe. Diesmal geht es um ein Geschwisterpaar, das auf dramatische Weise auseinandergerissen wird und und sich mit Themen wie Liebe und Besessenheit auseinandersetzen muss.



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~* Verlosung *~
Abschließend zur Blogtour werden 2 Exemplare von "Lillesang - Das Geheimnis der dunklen Nixe " verlost.


Teilnahmebedingungen:
In jedem Blogbeitrag zur Blogtour hat sich ein Wort versteckt. Die Wörter sind farbig und/oder fett markiert. Zusammen ergeben sie einen Lösungssatz. Diesen schreibt Ihr einfach an meine Emailadresse schneefloeckchen89[at]gmail.com. Und schon seid Ihr im Lostopf ☺ Viel Glück!
Alle Kommentare bis 30.November 2014 23.59 Uhr werden berücksichtigt. 
Bitte beachtet die untenstehenden Regeln.


Regeln:
1.) Teilnehmer müssen über 18 Jahre alt sein, ansonsten benötige ich eine Einverständniserklärung der Eltern.

2.) Die Adresse wird nur für das Gewinnspiel verwendet und anschließend gelöscht.
3.)Der Gewinner hat 5 Tage Zeit, sich bei mir zu melden, ansonsten verfällt der Gewinn. 
4.)  Ich versende nur innerhalb Deutschlands.
4.)  Ich übernehme keine Haftung, falls der Gewinn auf dem Postweg verloren gehen sollte oder beschädigt wird.
5.) Keine Barauszahlung des Gewinns!
6.) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


Kommentare:

  1. Huhu!
    Auch dies ist wieder ein ganz toller Beitrag zur Blogtour, die ich jeden Tag mit großem Interesse verfolgt habe:) Ein ganz tolles Interview, das zeigt, wie sympathische die Autorin ist, danke dafür!
    Meine Mail kommt, vielleicht habe ich ja Glück;)

    LG, Claudia :)

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  2. Hallo und guten Tag,

    schade das diese Blogtour schon zu Ende ist, denn es gab viel neues für mich zum lernen und entdecken diese Mal.

    Danke an alle Blogger für ihre Beiträge . Das Interview war ein gutes Abschluss dazu.

    LG..Karin..

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  3. Tolle Blogtour und jetzt Däumchen drücken xD

    LG, Mary <3
    marys-buecherwelten.blogspot.de

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